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Spurlauf einstellen

Da sich immer noch hartnäckig einige mitunter aufwändige und auch gefährliche Verfahren zum Einstellen des korrekten Spurlaufes halten, hier meine Lösung:

1. Auswuchten & vorbereiten

Der Hauptrotor sollte sauber ausgewuchtet sein. Dazu verwendet man eine Rotorblattwaage oder auch eine lange Schraube, mit der man die Blätter zusammenschraubt und dann auf einer geraden Auflage auspendeln lässt. Nicht vergessen, die Seiten auch zu vertauschen, um eine schiefe Auflage auszuschließen.

Auswuchten mit Klebeband (Tesa) auf der Unterseite (nur aus Optischen Gründen) ungefähr in der Mitte des leichteren Blattes  Vorn und hinten mit einer Scharfen Klinge bündig abschneiden.
Sollte man mehr als 3 Streifen Tesa brauchen, könnte man sich überlegen, ob man sich nicht besser neue Blätter holt.

Ein Blatt oder Gestänge muss markiert sein. (Punkt mit Marker an der Wurzel, Angemaltes Gestänge, Wuchtgewichte an den Blättern etc..)
Eine Markierung der Blätter außen mit unterschiedlichen Farben ist völlig unnötig

2. Spurlauf statisch einstellen

Bei hochwertigen Modellen sollte der Spurlauf bereits stimmen, wenn alle Gestänge die exakte Länge nach Bauanleitung haben.

Man sollte auf jeden Fall mit einer Pitchlehre beide Blätter nachmessen. Dazu wird erst ein Blatt bei 0° gemessen, dann der Rotor um 180° weitergedreht und dann das zweite Blatt gemessen. So befindet sich die Taumelscheibe immer in der selben Stellung relativ zum Blatt und eine ungenaue Ausrichtung der Taumelscheibe wird so kompensiert. Eine Ausrichtung der Taumelscheibe mit einem Ausrichtungswerkzeug ist nicht nötig.

3. Spurlauf dynamisch einstellen.

Nachdem alle Verbindungen und Einstellungen mindestens 2x geprüft sind, kann man den Heli das erste mal hochdrehen.

Beim Hochdrehen wird sich dann schnell zeigen, ob ein stärkeres Schütteln oder "Tanzen auf den Kufen" auftritt.

Da der Rotor ja sauber gewuchtet wurde, kann die Unwucht ja nur vom Spurlauf herrühren.

Wenn es das Vibrationslevel erlaubt, kann man den Heli abheben. Am besten lässt sich der Spurlauf beurteilen, wenn man auf Augenhöhe vor einem dunklen Hintergrund schwebt.
Wenn man schon etwas fliegen kann, dann hilft es auch, den Heli etwas nach vorne zu beschleunigen, dass man vor dem dunkleren Boden genau in die Rotorebene hineinsieht.
Das Ganze bitte immer in sicherer Entfernung vom Heli (ca. 5-10 Rotordurchmesser beobachten)

Wenn man außen am Rotor zwei Blätter übereinander sieht, dann stimmt der Spurlauf nicht.
Man sollte sich merken, wie viele mm das ungefähr sein könnten, um die es nicht stimmt.
Dies ist die einzige Information, die wir zu diesem Zeitpunkt brauchen.

Nun das Verfahren, wenn sich ein unsauberer Spurlauf bemerkbar macht:

  1. Heli absetzen und abstellen
  2. Das markierte Gestänge um eine Umdrehung (rechts rum) verkürzen (zählen: und-eins beim Drehen)
  3. Heli wieder hochdrehen und nochmal schauen.
    Man hat eine 50/50 Chance, dass der Spurlauf jetzt besser ist.
  4. Wenn besser, aber immer noch vorhanden, einfach ab 1. wiederholen, ansonsten fertig.
  5. Wenn schlechter, das markierte Gestänge um zwei Umdrehungen verlängern (zählen: und-eins-und-zwei beim Drehen)
  6. Heli wieder hochdrehen und nochmal schauen.
    Der Spurlauf muss jetzt besser oder OK sein, falls das nicht so ist, hat man einen Fehler gemacht. Dann nochmal zurück zur Werkbank und die Gestänge nachmessen.
  7. Heli absetzen und abstellen
  8. Wenn besser, aber immer noch vorhanden, das markierte Gestänge weiter um eine Umdrehung (links rum) verlängern (zählen: und-eins beim Drehen) und ab 6. wiederholen
  9. Wenn der Spurlauf wieder schlechter wird, dreht man in die falsche Richtung bzw. zu weit.

Anstatt das markierte Gestänge zu verlängern kann man auch das gegenüberliegende verkürzen.

Sollten mehr als 3 Umdrehungen ab der Ausgangslage benötigt werden, dann ist irgendwas krumm und man sollte mal die Einzelteile prüfen.

 

 

 
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